John Denver - eine Biografie


img8John Denver war in der ganzen Welt als Unterhaltungskünstler bekannt. Seine 35 Plattenalben, nationalen und internationalen Konzert-Tourneen, populären Spielfilme und Fernseh-Specials mit höchsten Einschaltquoten und viele Gast-Auftritte im Fernsehen haben ihn an die Spitze in diesem Beruf gebracht. Doch John Denver war mehr als ein Entertainer. Er war ein Kommunikator mit einem einmaligen Talent, das ihn befähigte, Gefühle, Beobachtungen und Meinungen auf eine Art mitzuteilen, in der alle Menschen, ungeachtet ihrer Sprache, ihres geographischen, wirtschaftlichen und politischen Hintergrunds, sich mit seinen Botschaften identifizieren können.

John Denver wurde am Silvesterabend 1943 in Roswell, New Mexico, als Henry John Deutschendorf, Jr. geboren. Die Karriere seines Vaters bei der US-Luftwaffe zwang die Familie zu häufigen Wohnortwechseln. Seine Kindheit glich einem Nomadenleben, mit Aufenthalten in Arizona, Oklahoma, Alabama und Japan, bis die Familie sich in Fort Worth, Texas, niederließ. Obwohl viele seiner Aktivitäten in der Highschool mit Musik zu tun hatten, studierte Denver auf dem College anschließend Architektur. Die Musik zog ihn weiterhin in ihren Bann, und er faßte sie schließlich als mögliche Berufskarriere ins Auge. Mit einem Job als Technischer Zeichner als Absicherung arbeitete er in Los Angeles, Kalifornien, nebenbei als Künstler in vielen Folk-Clubs und nahm schließlich einige Demo-Platten auf. Er änderte auch seinen Namen in Denver um und übernahm dabei den neuen Namen von der Stadt, die für die Rocky Mountains steht, in denen er sich schließlich ein Zuhause schuf. Dort lebte er in der Prominentensiedlung "Starwood" bei Aspen.

Die Demos brachten John Denver vorwärts. Er wurde gebeten, zum Vorsingen an die Ostküste zu kommen, als Ersatz für Chad Mitchell in dem außerordentlich erfolgreichen Chad Mitchell Trio. Aus über 250 Bewerbern wurde Denver als Lead-Sänger des Trios ausgewählt und trat mit ihnen über zwei Jahre lang auf. Man wurde auf Denvers Talent als Songschreiber aufmerksam, als sein Lied Leaving, On A Jet Plane von Peter, Paul & Mary aufgenommen wurde und schnell an die Spitze der Charts gelangte.

Im Anschluß an diesen Erfolg trat John Denver an zahlreichen Colleges auf und erarbeitete sich landesweit einen Ruf als beständiger Plattenkünstler. 1969 erhielt er von RCA einen Plattenvertrag als Solosänger, in dessen Verlauf er mehr als 25 Alben herausbrachte. In den 1970ern hatte er eine Reihe von Hits, die ihn zu einem der Topsänger des Jahrzehnts machten. Sunshine on My Shoulders, Take Me Home, Country Roads, Rocky Mountain High, Annie's Song, Calypso, Thank God I'm A Country Boy und viele andere waren in der ganzen Welt bekannt.

In 26 Jahren hat John Denver in den USA 19 Goldene Schallplatten (über 500.000 verkaufte Alben) und 9 Platin Schallplatten (über 1.000.000 verkaufte Alben) kassiert. "Etwas in meiner Musik spricht die Leute an," sagte er 1981 in einem Interview, nachdem er von seiner Plattenfirma RCA für den weltweiten Verkauf von 10 Millionen Exemplaren seines Albums John Denver's Greatest Hits den Premier Artist Award bekommen hatte. "Die Musik hat etwas Allgemeingültiges, eine Qualität, mit der sich die Leute überall identifizieren können."

Während John Denver an der Spitze der nationalen Musik-Charts stand, nahm sein Bekanntheitsgrad auch international zu, was ihn zu einem der führenden Plattenverkäufer der Welt werden ließ. Er bekam Auszeichnungen für Goldalben in Kanada (2 Alben), in Australien (7 Alben), Deutschland (1 Doppel-Album, das schließlich auch Platinstatus erreicht hat) und Japan (1 Album). Er ist - verschiedenen Quellen zufolge - einer der fünf meistgekauften Plattenstars in der Geschichte der Musikindustrie.

Zum ersten Mal tourte John Denver 1975 in den USA und trat dabei im ganzen Land in den Großstädten vor großem Publikum auf. Seine Konzerttournee umfaßte 50 Vorstellungen mit bis zu 15.000 Zuhörern pro Show. Auf seiner 1984er Tournee erreichte er das größte Publikum seiner Karriere während eines einzigen Konzerts beim St.-Louis-VIP-Festival vor 750.000 begeisterten Zuschauern. Denver erweiterte seinen Tourplan, um internationale Tourneen in die unterschiedlichsten Gegenden wie Kanada, Europa, Hongkong, Australien, Neuseeland, die Philippinen und die Sowjetunion mit aufzunehmen. Sein ausverkauftes Konzert im Londoner Victoria Apollo Theatre  wurde 1982 live aufgezeichnet und zweimal von der BBC ausgestrahlt.

1985 brachte John Denver sein 24. Album bei RCA heraus: Dreamland Express. Das Album hob sichimg9 deutlich von seinem Image ab und war bei den Fans und den ganz gewöhnlichen Hörern gleichermaßen beliebt. Es zeigte wieder einmal seine Vielseitigkeit als Künstler. Die Single daraus, Don't Close Your Eyes Tonight, war die Grundlage zu seinem ersten Musik-Video, welches es ihm ermöglichte, seine schauspielerischen und musikalischen Talente miteinander zu verbinden. Denvers 25. und letztes Album für RCA, One World (1986), enthielt den international mit Beifall begrüßten Song Let Us Begin (What Are We Making Weapons For?). Eine besondere Version des Liedes wurde zusammen mit dem sowjetischen Starsänger Alexandre Gradsky in den Moskauer Melodiya Studios aufgenommen. Für diese Aufnahme wurde erstmals einem sowjetischen Künstler die Erlaubnis erteilt, mit einem bekannten amerikanischen Sänger eine gemeinsame Platte aufzunehmen. Das zu dieser Aufnahme entstandene Video wurde in den Vereinigten Staaten und in Übersee von Fans und Kritikern mit Beifall aufgenommen. Denver, der sich intensiv dafür eingesetzt hat, Bande zwischen den - seinerzeit noch - sowjetischen und den amerikanischen Bürgern zu knüpfen, sagte: "In einer Karriere, die voller wahr gewordener Träume ist, ist dies das beste, was ich je getan habe."

John Denvers Verpflichtung, einen Beitrag für eine Welt des Friedens zu leisten, ließ ihn stets nach Wegen suchen, wie er seine internationale Popularität für dieses Ziel nutzen könnte. Im November 1984 besuchte er die damalige Sowjetunion auf Einladung der Vereinigung Sowjetischer Komponisten. Es war vorgesehen, daß seine Auftritte auf private Konzerte begrenzt sein würden. Bewegt von diesen Auftritten, setzte die Komponistenvereinigung jedoch ein Konzert im Moskauer Internationalen Handels-Center an und zeichnete Teile der Show für eine Sendung der nationalen russischen Fernsehstation auf. Ein Auftritt Denvers in der Amerikanischen Botschaft brachte die ersten sowjetischen Offiziellen dazu, an einer Veranstaltung der Botschaft teilzunehmen, nachdem der Vertrag über einen Kulturaustausch zwischen den USA und der UdSSR 1980 ausgelaufen war. Der Erfolg seines ersten Besuchs führte zu einer Einladung von seiten der Sowjetunion für eine 12tägige Konzerttour im Juni 1985. Die Tour bezeichnete das erste Mal seit dem Auslaufen des Kulturabkommens, daß ein amerikanischer Künstler eingeladen wurde, öffentliche Vorstellungen zu geben. Der stellvertretende Direktor für Kulturelle Angelegenheiten des Stadtrats von Leningrad stellte Denver bei einer Pressekonferenz für sowjetische Zeitungen mit diesen Worten vor: "Ein russisches Sprichwort besagt, die erste Schwalbe des Frühjahrs macht noch nicht das Wetter der ganzen Jahreszeit, aber die erste Schwalbe kann eine Wende zu einem wärmeren Klima anzeigen. Wir hoffen, diese John-Denver-Tour führt zu einer wärmeren Beziehung in US-Sowjet Kulturangelegenheiten." Worauf Denver erwiderte: "Als Künstler und Entertainer sehe ich es als meinen Auftrag, Verständnis und Freundschaft zwischen den Völkern aufzubauen." Er sang in drei sowjetischen Städten vor ausverkauften Häusern, wobei er zum Vergnügen seines sowjetischen Publikums Annie's Song auf Russisch sang.

Seine Rolle bei den sowjetisch-amerikanischen Beziehungen fortsetzend, war John Denver nach dem Treffen von Präsident Reagan und Generalsekretär Gorbatschow in Genf Gastgeber des ersten Kulturaustausches zwischen den USA und der UdSSR. Er war bei einem "Gipfeltreffen der Kinder" dabei, welches Moskau und Minneapolis miteinander verband. Das Ereignis brachte Kinder in der Ostankino-Konzerthalle in Moskau für eine einstündige Show über Satellit mit Kindern im Kindertheater von Minneapolis zusammen. Die Show wurde sowohl in den USA als auch in der damaligen UdSSR gezeigt. Gegen Ende des Jahres 1985 traf Denver sich mit Staatssekretär George Shultz, um einen Vorschlag anzubieten, wie man eine Organisation schaffen könnte, unterstützt von privater Seite, um einen Kulturaustausch zwischen den USA und der UdSSR zu unterzeichnen. 1987 war er der erste Künstler aus dem Westen, der ein Benefizkonzert für die Opfer des Reaktorunfalls von Tschernobyl gab.

1992 dehnte John Denver seine Bemühungen um ein friedlicheres Miteinander zwischen Ost und West aus und tourte durch China, 1994 folgte dann Vietnam - die erste Tournee eines amerikanischen Sängers seit dem Ende des Vietnam-Krieges. Dabei machte er eine überraschende Entdeckung: Wohin er auch kam, überall kannte man Country Roads. Der Song gilt in China als das bekannteste und beliebteste Lied der westlichen Welt.

Zahlreiche Auszeichnungen bekam John Denver für seine hervorragenden Kompositionen und Plattenaufnahmen verliehen, z. B.:

- Nr. 1: meistverkauftes Album (1974)
- Nr. 1: Plattenkünstler der USA (1974)
- Männlicher Top-Plattenkünstler in der Welt der Schallplatte (1974-75)
- Country Music Star des Jahres (1975)
- Beliebtester Musikstar
- People's-Choice-Preis (1975)
- Sängerstar des Jahres (1975) der Amerikanischen Gilde der Showkünstler (Agva)
- 1987 wurde er als Empfänger des Yamaha-Musik-Preises ausgewählt. Laut Yamaha: "Die Auszeichnung wurde ins Leben gerufen als Zeichen der Anerkennung für jene, die einen bedeutenden Einfluß auf die Musikwelt haben. Dieser Preis wird nicht für eine einzelne Leistung verliehen, sondern in Anerkennung einer andauernden Hingabe für das Meisterhafte in der Musik."
- 1993 war er der erste nicht-klassische Künstler, der den prestigeträchtigen Albert-Schweitzer-Preis erhielt, "für ein Leben, das der Musik und der Menschlichkeit gewidmet ist".
- Grammy Award Bestes musikalisches Album für Kinder 1998 ("All Aboard!")
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Von seinem Erfolg als Plattenkünstler aus wagte John Denver sich auf andere Gebiete der Unterhaltung. "Oh, Gott", sein Kinofilmdebüt, in dem er neben George Burns eine Hauptrolle spielte, war ein enormer kommerzieller Erfolg und lief in 34 Ländern. Denver spielte Hauptrollen in "Leftovers", einem Fernsehfilm, der im November 1986 ausgestrahlt wurde, in "A Christmas Gift", aufgenommen in seinen geliebten Rocky Mountains und gezeigt im Dezember 1986. Er setzte seine Filmarbeit fürs Fernsehen mit dem von der Kritik mit Beifall bedachten Stück "Foxfire" (deutsche Fassung: "Langer Abschied") mit Jessica Tandy und Hume Cronyn im Dezember 1987 fort. In "Higher Ground", dem Pilotfilm für eine gleichnamige Serie, hatte Denver 1988 ebenfalls die Hauptrolle. Der Film fiel jedoch durch, die CBS-Serie wurde nie gedreht. 1993 spielte er in dem Kinofilm "Walking Thunder" mit, der es jedoch nie in die Kinos schaffte. Er lief in verschiedenen Ländern im Fernsehen und wurde 1997 schließlich in den USA auf Video veröffentlicht.  John Denver etablierte sich als bekannte Persönlichkeit im Fernsehen, indem er in einer ganzen Reihe von Specials das Scheinwerferlicht mit herausragenden und manchmal unerwarteten Talenten teilte, wie z. B. "Ol' Blues Eyes" Frank Sinatra, Komiker Danny Kaye, mit der Opernsopranistin Beverly Sills, dem Violinisten Itzak Perlman, dem Flötisten James Galway, Tenor Placido Domingo und einem Muppet-Frosch namens Kermit, und höchste Einschaltquoten erreichte. Im Dezember 1987 begleitete er Julie Andrews bei ihrer Rückkehr nach Österreich, dem Schauplatz von "The Sound of Music", für ihr Weihnachts-Special. Johns TV-Specials sind weltweit ausgestrahlt worden, von Irland bis Neuseeland. "A Christmas Together with the Muppets" (1979), ein mit Beifall überhäuftes Festtags-Fernsehspecial der Abc, wurde auf Verlangen des Publikums in vier aufeinanderfolgenden Jahren gezeigt. "Rocky Mountain Christmas" (1976), ein weiteres John-Denver-Fernsehspecial, bekam einen Emmy für hervorragende Fernsehproduktion von der Nationalen Akademie der Fernsehkünste und Wissenschaften als bestes Musik/Show-Special des Jahres. "Rocky Mountain Reunion" (1979), eine Dokumentation über gefährdete Arten, erhielt sechs Auszeichnungen. Weitere Fernseharbeiten schlossen Denvers alljährliche Celebrity-Pro/Am-Skirennen in Lake Tahoe ein. Er etablierte sich auch als beliebter und häufiger Gastgeber bei der Grammy-Preisverleihungsshow und erhielt 1984 die prestigeträchtige Grammy-Nominierung  für sein Album Rocky Mountain Holiday als bestes musikalisches Album für Kinder. Zu Lebzeiten erhielt er die begehrte Auszeichnung jedoch nicht mehr. Für sein Album All Aboard! erhielt er 1998 den Grammy als Best Musical Album for Children postum verliehen.

img11Eines von Denvers letzten Projekten war zuvor 1995 "The WILDlife Concert", ein Konzert, das in New York City in den Sony Music Studios an zwei Abenden vor einem kleinen Publikum aufgezeichnet wurde. Das Resultat war eine Doppel-CD auf dem Label Sony Legacy, ein Kaufvideo und ein Fernsehspecial für den Arts & Entertainment-Kanal. Die Erstausstrahlung des Specials im Juni 1995 erreichte die höchsten Einschaltquoten in der Geschichte dieses Senders. Video und CD waren ebenfalls ein kommerzieller Erfolg, wobei das Album 1997 schließlich mit einer goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde. 

John Denver hatte international einen ausgezeichneten Ruf als Sänger und Komponist. Seine Musik spiegelt das Bewußtsein eines engagierten Bürgers wider, eines Mannes, der für die Verbesserung der Lebensqualität aller Menschen arbeitete - Umwelt, Politik und soziale Angelegenheiten betreffend. 1978 wurde er dazu ernannt, als Mitglied der Kommission des Präsidenten gegen den Hunger im eigenen Land und in der Welt zu dienen. Er war einer der fünf Gründer des Hunger-Projekts und war bis zuletzt aktives Vorstandsmitglied. 1984 wurde er gebeten, beim Nationalen Unicef-Tag des US-Komitees für Unicef als Vorsitzender aufzutreten. Und als Teil seiner Verpflichtung für das Hunger-Projekt und für Unicef nahm er an einer Tatsachen-Finder-Delegation teil, die einige schwer von Trockenheit und Hunger heimgesuchte Länder Afrikas besuchte. Auf Anweisung von Präsident Ronald Reagan wurde Denver 1985 der Preis des Präsidenten für eine Welt ohne Hunger verliehen, für "Weitblick, Initiative und Führerschaft bei der Arbeit, eine Welt ohne Hunger zu schaffen." Seine Überzeugung, daß "wir den Hunger innerhalb unserer Lebenszeit beenden können", war ein oft wiederholtes Thema in seinen Ansprachen und Konzerten. 1986 wurde er bei der Flüchtlinge-'86-Gala, einer Wohltätigkeitsveranstaltung für Flüchtlinge, von UN-Hochkommissar Jean-Pierre Hocke zum Goodwill-Botschafter der Vereinten Nationen ernannt. 

John Denvers soziales und politisches Interesse deckte ein weites Spektrum ab. Er war Mitglied des Nationalen Raumfahrt Instituts, von Save The Children, der Cousteau-Gesellschaft, Friends Of The Earth, Human/Dolphin Foundation und der europäischen Raumfahrtbehörde ESA, um nur einige zu nennen. Außerdem war Denver Mitbegründer und auch Stifter der Windstar Foundation, einem Schulungs-Projekt, welches gesunde und ausbalancierte Lösungen für zentrale Probleme unserer Zeit erforscht, durch die Integration von Erde, Verstand und Geist. Daneben hat er Plant-It 2000 gegründet. Plant-It 2000 ist bemerkenswert erfolgreich im Wiederaufforsten auf der ganzen Welt, wobei in den letzten Jahren  mehrere hunderttausend Bäume gepflanzt wurden. 

Der sich deutlich artikulierende John Denver hat vor vielen angesehenen Colleges und Universitäten in den Vereinigten Staaten gesprochen sowie auch im Nationalen Presseklub in Washington, D.C. 1977 wurde er mit dem People's-Choice-Award zum Ehrendichter von Colorado auserwählt. Zu seinen größten Ehrungen zählte, 1982 für den Carl-Sandberg-Volksdichter-Preis ausgewählt worden zu sein. Auch als Schriftsteller versuchte er sich, 1994 erschien seine gemeinsam mit Arthur Tobier verfaßte Autobiographie: Take Me Home.

Ein weiteres von John Denvers Interessensgebieten war die Fotografie. Mit der Feststellung, die Fotografie sei ein Weg, ein Gefühl mitzuteilen, gab er 1980 in der vornehmen Hammer-Galerie in Manhattan sein Debüt als Fotograf. Die Show, die Fotografien von der Karibik bis Rom vorstellte, wurde wohlwollend aufgenommen und brachte Geld zu Gunsten der Windstar Foundation ein. Denvers Kameras reisen mit ihm um die Welt, fangen Gesichter ein, Landschaften und Augenblicke, ungewöhnliche wie auch bekannte. Seine Fotoarbeiten sind ein weiterer Ausdruck eines einmaligen künstlerischen Talents.

Zu John Denvers Hauptinteressen zählte - letztlich tragischerweise - die lang gehegte Faszination der Fliegerei. Da er in einer Air-Force-Familie aufwuchs, wurde dieses Interesse bereits früh geweckt. 1976 erhielt er seine Lizenz als Privatpilot und 1978 seine Zulassung für den Learjet. Seit 1981 befähigte ihn seine Instrumentenflug-Ausbildung dazu, als Kapitän in jeder Höhe zu fliegen. Denver war auch Kunstflieger und hatte eine Segelflieger-Lizenz. Seine Gewissenhaftigkeit und Begeisterung fürs Fliegen zeigten bald Früchte In Oshkosh, Wisconsin, Schauplatz der berühmtesten Flugshow der USA, wurde er von der Experimental Aircraft Association für seine Unterstützung der allgemeinen und der experimentellen Fliegerei geehrt und wurde außerdem für das Beratungsgremium der EAA auserwählt. Nicht damit zufrieden, sein Interesse für die Fliegerei für sich zu behalten, co-produzierte Denver 1980 ein Fernsehspecial, "The Higher We Fly", einen faszinierenden Blick auf die Fliegerei, den Weltraum und die vielen Möglichkeiten, die sich in diesem Bereich für wachsende wissenschaftliche Erkenntnisse öffnen. Es wurde beim Houston-Film-Festival gewürdigt und gewann den begehrten Earl-Osborn-Award von der Aviation/Space-Writer's-Association. Jede sich ihm bietende Gelegenheit, die verschiedensten Flugzeugtypen zu fliegen, nahm John wahr. Er hat F-15-Kampfflugzeuge der Luftwaffe geflogen sowie den Space-Shuttle-Simulator. Seit langem ein Fürsprecher des bemannten Raumfahrtprogramms, wurde er von der NASA eingeladen, bei vielen Starts dabeizusein. 1985 erhielt er eine NASA-Medaille, die normalerweise Raumfahrtdesignern und Technikern vorbehalten ist. Die NASA verlieh ihm die Medaille für öffentliche Unterstützung für seine Hilfe, "das Bewußtsein für die Weltraumerforschung durch die Völker dieser Welt" zu steigern. "Ich habe mich sehr über die Medaille gefreut", sagte Denver, "aber es gibt etwas, worauf ich mich noch mehr freue ... auf den Tag, an dem ich den Shuttle fliegen darf." Dieser Wunsch stand kurz vor seiner Erfüllung. Hätte Präsident Reagan seinerzeit nicht aus politischem Kalkül entschieden, daß die erste Zivilistin an Bord eines Raumschiffes die Lehrerin Christa McAuliffe sein sollte, wäre Denver an Bord der 1986 so tragisch verunglückten Challenger gewesen.

Die Welt war geschockt, als John Denvers Liebe zur Fliegerei ihn schließlich am 12. Oktober 1997 das Leben kostete. Er flog ein Experimentalflugzeug des Typs Long EZ über die californische Monterey Bay, an einem sonnigen Spätnachmittag, als er im Alter von nur 53 Jahren einen tödlichen Absturz hatte. Die Unglücksursache wird möglicherweise niemals abschließend geklärt sein. Die mit der Untersuchung beauftragten Spezialisten ermittelten eine Reihe von Faktoren als ursächlich, darunter Johns mangelnde Erfahrung mit diesem speziellen Flugzeug und die ungewöhnliche Plazierung des Umschalthebels für den Ersatztank an einer schwer zugänglichen Position. Als er sich zum Umschalten von dem einen auf den anderen Tank nach hinten beugen mußte, erwischte er vermutlich mit seinem Bein das rechte Ruder, wodurch er die Kontrolle über das Flugzeug verlor. Aufgrund seiner geringen Flughöhe hatte er keine Chance, die Gewalt über die Maschine zurückzuerlangen. Er hinterließ drei Kinder, Zachary (geboren 1974), Anna Kate (geboren 1976) und Jesse Belle (geboren 1989). 

John Denvers Leben war wirklich vielseitig. Er war ein Meister der Kommunikation, der sein Publikum über geographische, wirtschaftliche, politische und sprachliche Barrieren hinweg erreichte. Er war eine internationale Persönlichkeit, dem Weltfrieden verpflichtet. "Musik", erklärte Denver, "ist in der Tat eine universelle Sprache. Sie bringt Menschen zusammen und läßt uns erfahren, daß überall alle Menschen gleich sind, im Herzen und im Geist; unabhängig davon, welche Sprache wir sprechen, welche Hautfarbe wir haben, unabhängig von unseren politischen Systemen oder Glaubensbekenntnissen - wir sind gleich."

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